Kommunale Koordinierung Übergang Schule–Beruf im Kreis Warendorf

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat gemeinsam mit den Partnern im Ausbildungskonsens den Übergang Schule – Beruf in NRW flächendeckend und systematisch neu gestaltet. Unter dem Motto „Kein Abschluss ohne Anschluss“ nimmt das neue Konzept alle Jugendlichen in den Blick und will mit einer systematischen Studien- und Berufsorientierung ab Klasse 8 zu konkreten Anschlussperspektiven verhelfen. Darüber hinaus sieht das Landesprogramm eine Systematisierung des Übergangs von der Schule in den Beruf und/oder Studium durch klare und übersichtliche Angebotsstrukturen sowie eine Steigerung der Attraktivität und Weiterentwicklung des dualen Ausbildungssystems vor.

Die Koordinierungsaufgaben erfolgen auf Kreisebene, in enger Abstimmung mit den beteiligten Akteuren. Dazu wurde Anfang 2013 im Kreis Warendorf die Kommunale Koordinierungsstelle Übergang Schule – Beruf eingerichtet: Die „KoKo“ koordiniert die Reformaufgaben des Landesprogramms im Kreis Warendorf und bildet die Schaltstelle für alle beteiligten Akteure.

Erklärfilm zum  KAoA-Programm  hier 
 

Besser als ihr Ruf: Pflege-Vorurteile auf dem Prüfstand

St. Josef-Stift informiert Studien- und Berufswahlkoordinatoren des Kreises Warendorf über attraktive Berufsperspektiven im Bereich Gesundheit, Soziales & Pflege.

Viele Schulabgänger wissen nicht, welchen Beruf sie ergreifen wollen – viele Unternehmen sind ratlos, wie sie Ausbildungsplätze und freie Stellen besetzen sollen. Ein wichtiges Bindeglied zwischen beiden sind die Studien- und Berufswahlkoordinatoren (StuBos) an den Schulen, die die Jugendlichen bei der Berufswahl begleiten und Anregungen für Berufsfelder und Praktikumsplätze geben.

Im Rahmen der von der Kommunalen Koordinierungsstelle und den Schulaufsichten regelmäßig organisierten Arbeitskreise waren Mitte September sowohl die 45 Studien- und Berufswahlkoordinatoren als auch Firmen- und Kammervertreter zu Gast beim St. Josef-Stift in Sendenhorst. Diskutiert wurden die beruflichen Perspektiven für Schülerinnen und Schüler im Bereich Kranken- und Altenpflege und welche Faktoren zu einer gelungenen Berufsfelderkundung – eintägige Praktika – beitragen.

Pflegedirektor Detlef Roggenkemper und Pflegenetz-Koordinator Markus Giesbers gaben interessante Einblicke in das Berufsfeld der Kranken- und Altenpflege. Erste berufliche Erfahrungen können die jungen Menschen bereits bei den Berufsfelderkundungen (BFE) auch in Betrieben sammeln. Um die BFE effektiv zu gestalten, tauschten sich dafür der Pflegenetz-Koordinator, die Betriebe Teutemacher aus Warendorf, GEBA aus Ennigerloh und die Kammervertreter mit Schulen, Schulaufsicht und Kommunaler Koordinierungsstelle in einer Podiumsdiskussion und in Workshops aus.

Der Nutzen von Praktika für Schülerinnen und Schüler und Betriebe wurde herausgestellt und die Attraktivität von Pflegeberufen wurde schnell klar. Denn: So manches Vorurteil bestätigte sich nicht.

Stimmt das? Pflegende verdienen viel zu wenig… „Hätten Sie gewusst, dass Auszubildende in der Kranken- und Altenpflege mehr verdienen als ein Bankkaufmann- oder Elektriker-Azubi?“, verblüffte Pflegedirektor Detlef Roggenkemper seine Zuhörer mit einem interessanten Gehaltsvergleich. Selbst nach vier Berufsjahren liegen Kranken- und Altenpfleger mit ihren monatlichen Zuschlägen über den Bezügen eines Bankkaufmanns oder Elektrikers – vorausgesetzt, es wird in der Pflege nach Tarif bezahlt. Die gute Nachricht: „Im Kreis Warendorf gibt es überwiegend kirchliche und gemeinnützige Träger, die ihre Mitarbeiter entsprechend nach Tarif bezahlen.“

Auch das Vorurteil der frustrierten Berufsaussteiger konnte Roggenkemper zumindest für das St. Josef-Stift nicht bestätigen. In der Sendenhorster Fachklinik und den vier zugehörigen Altenheimen sind die Pflegenden im Schnitt 43,5 Jahre alt und halten ihrem Dienstgeber durchschnittlich bereits seit 14,5 Jahren die Treue. „Pro Jahr haben wir ein bis zwei Kündigungen in der Krankenpflege des St. Josef-Stifts, meistens aus privaten Gründen, die mit einem Ortswechsel verbunden sind.“

Und auch die Mär von den angeblich fehlenden Aufstiegsmöglichkeiten in der Pflege widerlegte er: Von den 383 Kinder-, Alten- und Krankenpflegenden im Stift bekleidet fast jeder Dritte eine Funktion mit höherer Vergütung. Dazu gehören Aufgaben in der Intensiv-, OP- und Anästhesiepflege, Stations-, Wohnbereichs-, Haus- und Pflegedienstleitung, als Hygienefachkraft sowie Aufgaben im Qualitätsmanagement. Die Pflege ist traditionell ein Beruf, den mehr Frauen als Männer ergreifen. Im St. Josef-Stift liegt der Frauenanteil in der Pflege bei 80 Prozent. „Es sind aber auch entsprechend viele Frauen in Führungspositionen.“

Das größte Problem des Pflegeberufs bestehe in der fehlenden Wertschätzung. Roggenkemper: „Wenn die Pflege auf Halbwahrheiten über schlechte Bezahlung, Personalmangel und Stress reduziert wird, dann muss sich niemand wundern, wenn es wenige Bewerber für den Pflegeberuf gibt.“

Einen ganz praktischen Einblick in die Arbeitsfelder erhielten die Lehrerinnen und Lehrer auch durch Führungen von Auszubildenden in der Alten- und Krankenpflege.

Hintergrund I: Kein Abschluss ohne Anschluss

Hintergrund der beruflichen Orientierung ist das ESF-geförderte Landesprogramm „KAoA – Kein Abschluss ohne Anschluss“, das jedem jungen Menschen Berufsorientierungselemente wie Potenzialanalysen, Berufsfelderkundungen, (Langzeit-) Praktika sowie Kurse bei Bildungsträgern bietet. Weiterführende Informationen unter www.mags.nrw/uebergang-schule-beruf-startseite oder bei der Kommunalen Koordinierungsstelle für den Übergang Schule-Beruf im Kreis Warendorf, Tel. 02581/ 5340-45; E-Mail: koko@kreis-warendorf.de.

Hintergrund II: Generalistische Ausbildung in der Pflege

Im Jahr 2020 soll sie kommen: die generalistische Ausbildung für Kranken-, Kinderkranken- und Altenpfleger. Zwei Jahre lernen alle gemeinsam die Grundlagen des Pflegeberufs, erst im dritten Jahr erfolgt eine Schwerpunktwahl. Positiv an dem Entwurf ist die europaweite Anerkennung dieser Pflegeausbildung, die den Pflegenden mehr Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt ermöglicht. Sorge besteht allerdings, ob sich in diesem Ausbildungsmodell genügend junge Menschen für die Altenpflege entscheiden werden. Zudem ist aktuell noch unklar, ob es ab 2020 noch das Berufsbild Pflegehelfer/in geben wird. Wer die Pflegeausbildung nicht schafft, ist deshalb nicht automatisch Kranken- oder Altenpflegehelfer/in und steht im schlimmsten Fall ganz ohne Berufsabschluss da.

Aktuell sind die Leitungen der Krankenpflegeschulen und Fachseminare für die Altenpflege noch unschlüssig, wie sie die Generalistik umsetzen, informierte Monika Lückener, Leiterin des Edith-Stein-Kollegs.

 

Berufsorientierung ein unbedingtes Muss für Schülerinnen und Schüler

Besonderer Fachkräftebedarf im Bereich Pflege

Im Rahmen des Arbeitskreises für die Studien- und Berufswahlkoordinatoren aller Schulen im Kreis organisiert die Kommunale Koordinierungsstelle des Kreises Warendorf zusammen mit der Schulaufsicht regelmäßig fachlichen Input zu ausbildungsmarktrelevanten Themen. Neben der regelmäßigen Auswertung der Berufsorientierungselemente liegt ein derzeitiger Schwerpunkt bei der Fachkräftegewinnung im Bereich Pflege, Gesundheit und Soziales. Dass diese Arbeitsfelder zukunftsweisende Tätigkeiten für Schülerinnen und Schüler aller Schulformen bereitstellen, bekräftigte Johanna Peters, Sozialplanerin des Kreises Warendorf beim vergangenen Arbeitskreis im Mai im Kreishaus. Die Vielfalt der Tätigkeiten zeigt sich in ambulanten Pflegediensten, Tagespflegeeinrichtungen sowie Wohngemeinschaften und Hospizen. 

Ein weiterer wichtiger Baustein der Berufsorientierung ist das Programm „KAoA STAR – Schule trifft Arbeitswelt“. Sandra Grenzer und Ute Lammerskitten vom Integrationsfachdienst (IFD) stellten den Teilnehmenden des Arbeitskreises die Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf dar. Der IFD berät und begleitet die jungen Menschen in ihrem Berufswahlprozess und ist Ansprechpartner für Schülerinnen und Schüler, Eltern, Schulen sowie Betriebe.

Um sowohl den Pflegebereich als auch andere Berufe kennen zu lernen, können die Schülerinnen und Schüler erste Erfahrungen bei Berufsfelderkundungen sowie in Praxiskursen bei Bildungsträgern erlangen. Dass jede Schülerin und jeder Schüler gut beruflich orientiert ist und nach dem Verlassen der Schule eine individuelle Anschlussperspektive hat, wird durch das NRW-Landesprogramm „KAoA – Kein Abschluss ohne Anschluss“, gefördert vom Europäischen Sozialfond, sichergestellt. Alle jungen Menschen durchlaufen eine Potenzialanalyse, um anschließend anhand ihrer Stärken und Interessen eine Berufsfelderkundung und Praktika zu absolvieren und ihren Berufswunsch zu festigen. 

Da Eltern im Berufsorientierungsprozess ihrer Kinder sehr wichtige Beratungspersonen sind, plant die Kommunale Koordinierungsstelle eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Eltern und Übergang Schule-Beruf“. „Denn nur gut informierte Eltern, können ihre Kinder sicher bei der Berufswahl unterstützen“, so Jutta Rohoff-Schaden von der Kommunalen Koordinierungsstelle des Kreises Warendorf.

Die Umsetzung des Landesprogramms im Kreis Warendorf koordiniert die Kommunale Koordinierungsstelle zusammen mit unterschiedlichen Akteuren. Weiterführende Informationen über das NRW-Landesprogramm KAoA erhalten Sie online unter: www.mags.nrw/uebergang-schule-beruf-startseite oder direkt bei der Kommunalen Koordinierungsstelle für den Übergang Schule-Beruf im Kreis Warendorf: 02581/ 5340-45; koko@kreis-warendorf.de.
 

Schule und dann? – Vielfältige Angebote im Kreis Warendorf

Im Rahmen des ESF-geförderten Landesprogramms „KAoA – Kein Abschluss ohne Anschluss“ fand in der Kreishandwerkerschaft Beckum ein Fachtag zum Thema Übergangsangebote nach der Sekundarstufe I statt.

Die Veranstaltung wurde federführend von der Kommunalen Koordinierungsstelle und den Schulaufsichten organisiert und bot den insgesamt 60 Studien- und Berufswahlkoordinatoren (StuBos) aller Schulen im Kreis Warendorf einen Überblick über die vielfältigen Angebote für Schülerinnen und Schüler nach der 10. Klasse. Nach der Begrüßung durch den Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Günter Schrade, führten die Moderatoren Jutta Rohoff-Schaden (Kommunale Koordinierungsstelle Kreis Warendorf) und Dietmar Schade (Bezirksregierung Münster) durch einen informativen Tag mit Fachvorträgen der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen, Handwerkskammer Münster, Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf, Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, des Jobcenters Kreis Warendorf sowie Regionalagentur Münsterland und des Vertreters der Berufskollegs. 

Wichtig ist die individuelle berufliche Orientierung der jungen Menschen, sodass jedem Jugendlichen ein passgenaues Anschlussangebot im Übergang von der Schule in den Beruf gemacht werden kann, so Richard Osterholt, Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung mbH, aus Landessicht. Die Angebote im Übergang umfassen sowohl betriebliche, außerbetriebliche als auch vollzeitschulische Bildungsgänge.

Im Nachmittagsbereich wurden vom LWL Integrationsamt und der Agentur für Arbeit Workshops zu inklusiven Übergangsangeboten für Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf sowie von der Bildungskoordination und dem Kommunalen Integrationszentrum Kreis Warendorf Workshops zu Angeboten für Neuzugewanderte  durchgeführt. Ein weiterer Schwerpunkt wurde seitens der Bezirksregierung Münster im Workshop zur Datenermittlung und Anschlussvereinbarung auf die Erfassung von Berufs- und Ausbildungswünschen der Jugendlichen gelegt. 

Für alle Beteiligten war es ein produktiver Fachtag, der reichlich neue Informationen zum Übergangssystem bot. Die Broschüre ist auf der Homepage der Kommunalen Koordinierungsstelle des Kreises Warendorf als Download unter www.kreis-warendorf.de/unsere-themen/bildung/kommunale-koordinierungsstelle/info-arbeitsmaterialien/ verfügbar.

Weiterführende Informationen erhalten Sie online unter: www.mags.nrw/uebergang-schule-beruf-startseite oder direkt bei der Kommunalen Koordinierungsstelle für den Übergang Schule-Beruf im Kreis Warendorf: 02581/ 5340-45; koko@kreis-warendorf.de.
 

Paul-Spiegel-Berufskolleg in Warendorf als Gastgeber für Vertreter der Schulen

Planung der Berufs- und Studienorientierung für alle Schülerinnen und Schüler im Kreis Warendorf

Organisiert durch die Kommunale Koordinierungsstelle und die Schulaufsichten treffen sich rund 40 Studien- und Berufswahlkoordinatoren (StuBos) regelmäßig, um durch fachlichen Input und Austausch die Berufs- und Studienorientierung für alle Schülerinnen und Schüler im Kreis Warendorf zu planen. Gastgeber der vergangenen Sitzung war das Paul-Spiegel-Berufskolleg Warendorf. Nach der Begrüßung durch den Schulleiter Herrn Udo Lakemper stellte dieser die unterschiedlichen Bildungsgänge im Bereich Soziales und Gesundheit vor und betonte die Wichtigkeit dieses zukunftsträchtigen Bereiches. Denn gerade hier wird der Bedarf an Fachkräften besonders deutlich. Das Paul-Spiegel-Berufskolleg bietet den jungen Menschen aller Schulformen eine große Vielfalt an Bildungsgängen an, wie beispielsweise die Ausbildungen zu staatlich geprüften Sozialassistentinnen/ Sozialassistenten oder staatlich anerkannten Erzieherinnen/ Erziehern.

Frau Sylvia Sahl-Beck, Abteilungsleiterin Berufliches Gymnasium Gesundheit und Soziales mit Schwerpunkt Pädagogik, betont den Mehrwehrt der Verknüpfung von allgemeiner und beruflicher Bildung des Beruflichen Gymnasiums. Denn nach dem Abschluss haben die Schülerinnen und Schüler das Abitur mit vielen praktischen Verknüpfungen zu sozialen Berufen.

Im 2-jährigen Bildungsgang Fachoberschule mit Schwerpunkt Gesundheit und Soziales erwerben die jungen Menschen fundierte Voraussetzungen für ein Studium an einer Fachhochschule für Gesundheits- und Sozialberufe oder eine Berufsausbildung als beispielsweise Gesundheits- und Krankenpfleger/in, medizinische/r Fachangestellte/r, so Herr Arnold Kottenstedde, Abteilungsleiter Fachoberschule Gesundheit und Soziales. 

Eine optimale Berufs- und Studienorientierung von jungen Menschen und die Sicherung des Fachkräftenachwuchses sind ein großes Anliegen. Durch das NRW-Landesprogramm "Kein Abschluss ohne Anschluss - KAoA" werden Elemente der Berufs- und Studienorientierung für alle Schülerinnen und Schüler standardisiert und verbindlich gemacht.  Somit können die jungen Menschen eine fundierte Entscheidung treffen, ob sie von der Schule in eine Ausbildung, ein Studium oder ein Berufskolleg übergehen. Die Zahl der Studien- und Ausbildungsabbrüche wird so langfristig reduziert und ein besseres Matching von freien Stellen und qualifizierten Kräften herbeiführt.

Mit finanzieller Unterstützung durch das Land Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Sozialfonds wird die Landesinitiative im Kreis Warendorf seit 2013/14 umgesetzt. In diesem Schuljahr profitieren rund 8000 Schülerinnen und Schüler von KAoA. Die jungen Menschen durchlaufen eine aufeinander aufbauende Berufs- und Studienorientierung, welche eine Potenzialanalyse, Berufsfelderkundungen und verschiedene Praktika umfasst. Bei der Veranstaltung wurden Schwerpunkte auf die inhaltlichen Neuerungen in KAoA und das Herausarbeiten eines Schulcurriculums gelegt sowie ein Schulungsangebot zur Berufsfelderkundung bereitgestellt.

Weiterführende Informationen erhalten Sie online unter: https://www.mags.nrw/uebergang-schule-beruf oder direkt bei der Kommunalen Koordinierungsstelle für den Übergang Schule-Beruf im Kreis Warendorf: Jutta Rohoff-Schaden 02581/ 5340-44, Antje Kesslau -42, Juljana Berghammer -50 und Elena Engenhorst -45; koko@kreis-warendorf.de.
 

Gezielt Berufe erkunden

Im Rahmen von KAoA arbeiten Betriebe und Schulen Hand in Hand.
7500 Plätze für 2800 Schülerinnen und Schüler in den 8. Klassen im Kreis Warendorf gefragt.

Ein wichtiger Schritt in Richtung Berufswahl ist die Berufsfelderkundung (BFE). Sie ist ein Bestandteil des Landesprogramms „KAoA – Kein Abschluss ohne Anschluss“ und bietet den Schülerinnen und Schülern der 8. Klasse die Möglichkeit an drei Tagen in drei verschiedene Berufsfelder hineinzuschnuppern. Auch seitens der Betriebe ist die Berufsfelderkundung eine ideale Möglichkeit die jungen Menschen für Ihren Beruf zu begeistern und langfristig neue Fachkräfte zu gewinnen.

Im Kreis Warendorf absolvieren im aktuellen Schuljahr ca. 2800 Schülerinnen und Schüler in den 8. Klassen eine Berufsfelderkundung. Abzüglich der jungen Menschen, die die Möglichkeit nutzen eine Berufsfelderkundung bei einem Bildungsträger zu absolvieren, bedeutet die Schülerzahl, dass insgesamt ca. 7500 Plätze in Betrieben und Unternehmen benötigt werden.

 Neben den Betrieben und Schulen sind die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer, die Kreishandwerkerschaft, die Agentur für Arbeit, das Jobcenter sowie die Schulaufsichten und die Kommunale Koordinierungsstelle wichtige Akteure um die Berufsfelderkundungen zu planen. 

 Es bestehen bereits viele gute Kooperationen zwischen den Schulen und Betrieben. Anhand eines Online-Buchungsportals können sich die Betriebe kurz vorstellen und Berufsfelderkundungen anbieten, sodass die Schülerinnen und Schüler gezielt Berufsfelderkundungstage buchen können. 

Haben auch Sie Interesse, sich mit Ihrem Betrieb an der Berufsfelderkundung zu beteiligen? Unter www.kaoa-praxis.de können Sie sich einfach und kostenlos hierfür anmelden und noch bis zum 01.12.2017 für die BFE im Februar und März Plätze anbieten. Gerne helfen Ihnen die Vertreterinnen der IHK (Inna Gabler: Tel. 0251 707- 305) und HWK (Heidi Bülow: Tel. 0251 705-1786) oder der Kommunalen Koordinierungsstelle (Antje Kesslau: Tel. 02581 53-4042; Elena Engenhorst: Tel. 02851 53-4045) hierbei weiter.

 

Ausbildung im Bereich Gesundheit und Pflege - Berufswahlkoordinatoren zu Gast am St. Vincenz Berufskolleg Ahlen

Was macht ein Heilerziehungspfleger? Mit welchem Abschluss können Schülerinnen und Schüler eine Ausbildung in diesem Bereich beginnen – und wie unterscheidet sie sich von anderen Ausbildungsangeboten in den Bereichen Gesundheit und Pflege im Kreis Warendorf? Diese Fragen beantwortete Renate Knobel, Leiterin des St. Vincenz Berufskollegs für Heilerziehungspflege als erste Vertreterin eines Berufskollegs den rund 40 Studien- und Berufswahlkoordinatoren, die in der Schule zu Gast waren. Ziel dabei war es, die Vertreter der weiterführenden Schulen über Ausbildungs- und Karrierewege im Bereich Gesundheit und Soziales zu informieren und einen ersten Einblick in ein Berufsfeld mit stetig wachsendem Fachkräftebedarf zu geben. 

Die von der Kommunalen Koordinierungsstelle und den Schulaufsichten organisierte Veranstaltung fand vor dem Hintergrund der NRW-Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss – KAoA“ statt. Diese soll durch eine verbindliche und einheitliche Studien- und Berufsorientierung dazu beitragen, dass jede Schülerin und jeder Schüler gut orientiert von der Schule in eine Ausbildung, ein Studium oder ein Berufskolleg übergehen kann. Die Zahl der Studien- und Ausbildungsabbrüche soll so langfristig reduziert werden. 

Bereits seit dem Schuljahr 2013/14 wird KAoA im Kreis Warendorf umgesetzt. Im laufenden Schuljahr profitieren ca. 8000 Schülerinnen und Schüler von den Standardelementen der Berufsorientierung der Landesinitiative. Diese Standardelemente wurden mit den Vertretern aller Schulen auf der Veranstaltung für das Schuljahr 2016/17 ausgewertet und für das kommende Schuljahr geplant. Dabei ging es u.a. um die Frage, wie eine Potenzialanalyse den Schülerinnen und Schülern nachhaltig auf dem Weg in die berufliche Zukunft helfen kann oder wie Berufsfelderkundungen und Praktika sinnvoll gestaltet werden können. 

Ein besonderer Fokus wurde auf die Anschlussvereinbarung gelegt. Hiermit soll  jeder Schüler eine Bilanz seines individuellen Berufsorientierungsprozesses ziehen und  gemeinsam mit den Beratern aus der Schule und den Eltern seine nächsten Handlungsschritte für die berufliche Entwicklung festlegen. 

Weiterführende Informationen erhalten Sie online unter: www.mais.nrw/uebergang-schule-beruf oder direkt bei der Kommunalen Koordinierungsstelle für den Übergang Schule-Beruf im Kreis Warendorf: Jutta Rohoff-Schaden & Pia Henneken 02581/ 5340 -44, -45; E.Mail: koko@kreis-warendorf.de   

 

Berufsfelderkundung in der Hirsch-Apotheke in Beckum

Fachtag Angebote der inklusiven Berufs- und Studienorientierung

Einen umfassenden Überblick über die Angebote der inklusiven Studien- und Berufswahlvorbereitung erhielten Vertreterinnen und Vertreter aller weiterführenden Schulen aus dem Kreis Warendorf bei einem Fachtag auf dem Hof Lohmann. Etwa 90 Teilnehmer waren dazu in die Zweigstelle der Freckenhorster Werkstätten gekommen. Ziel der Veranstaltung war es, über die vielfältigen Angebote im Bereich des Übergangs von der Schule in den Beruf für junge Menschen mit besonderen Förderbedarfen - u.a. auch Behinderung und chronischen Erkrankungen - zu informieren.


Organisiert und initiiert wurde diese in NRW bisher einmalige Veranstaltung von der Kommunalen Koordinierungstelle im Übergang Schule - Beruf, der Koordinierungsstelle "Schule trifft Arbeitswelt" (STAR) des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) Münster und der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster gemeinsam mit der Schulaufsicht für den Kreis Warendorf, dem Jobcenter und dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien des Kreises Warendorf. Hintergründe sind die Beteiligung aller Schulen im Kreis Warendorf am Landesvorhaben "Kein Abschluss ohne Anschluss" (KAoA) sowie die verstärkte Umsetzung von Inklusion in den Schulen. "Die große Nachfrage sowie die hohe Anzahl der Teilnehmenden zeigen, wie wichtig das Thema Berufs- und Studienwahl für die Schulen im gemeinsamen Lernen ist", sagte Jutta Brambring, Schulrätin für den Kreis Warendorf, bei der Eröffnung.


Moderiert von Kristina Steffen, Koordinatorin beim LWL, und Jutta Rohoff-Schaden, Leiterin der Kommunalen Koordinierungsstelle im Übergang Schule - Beruf beim Kreis Warendorf, stand der Vormittag ganz im Zeichen von Informationen durch Experten zu folgenden Fragen:

  • Welche Angebote macht die Reha-Beratung der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster für Schülerinnen und Schüler mit Behinderung?
  • Welche Hilfen bietet das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien beim Übergang Schule - Beruf an?
  • Welche Förderung gibt es durch das Landesvorhaben KAoA vor?
  • Welche Möglichkeiten gibt es für Studieninteressierte mit Beeinträchtigung - und wo gibt es deutliche Abgrenzungen? 


Diese und weitere Fragen wurden in Vorträgen beantwortet. In anschließenden Arbeitsforen fand ein intensiver Austausch statt, Einzelfragen wurden geklärt - und an Praxisbeispielen näher erläutert. 

"Ein alles in allem runder Tag, an dem das Ziel, einen Überblick über die Angebotsvielfalt zu bieten und die Schülerinnen und Schüler verstärkt in den Blick zu nehmen, denen Berufswahl und -orientierung schwerfällt, einen großen Schritt nähergekommen ist", zogen am Ende nicht nur Heinz Linnemann, Reha-Berater der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, und die Kommunale Koordinierung ein positives Fazit.